Burnout – eine Lebenserfahrung reicher

Eine Erfahrung reicher: Burnout zu erleiden, ist eine Erfahrung, die sich der leistungshungrige Arbeitnehmer nie hätte vorstellen können. Vom Leistungsträger zum gelähmten, völlig erschöpften Menschen zu mutieren, ist eine sehr unangenehme Erfahrung.

Die Symptome sind nicht nur psychischer Natur, wie z.B. Niedergeschlagenheit, Empfindung von Sinnlosigkeit oder jede andere denkbare Emotion. Auch körperlich macht sich der Burnout bemerkbar. Genannt seien hier Druck auf den Ohren oder Engegefühl in der Brust, das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen u.v.a. mehr.

Da der Begriff Burnout noch immer eine schwammige Bezeichnung für ein komplexes Bild darstellt, möchte ich noch kurz definieren, was das aus meiner Sicht eigentlich ist. Es handelt sich um eine Erkrankung der Psyche und geht mit Depressionen und Ängsten einher. Wie sehr der Mensch daran leiden kann kommt auf die Schwere der depressiven Episoden an. Schwere Fälle sind lebensbedrohend.

Wie kommt es zu so einem Burnout? Hier sind die Gründe sehr vielfältig. Ich möchte mich hier aus eigener Erfahrung heraus auf die Erkrankung durch Arbeit beschränken. Sie kennen sicher den Archetypus von „Arbeiter“, dem nichts zu viel ist und lieber zu viel als zu wenig arbeitet. Er kommt als erster in den Betrieb und ist schließlich der, der das Licht ausmacht. Er kann schlecht nein sagen und übernimmt immer mehr Aufgaben. Das gehört einfach dazu, man möchte ein guter Arbeitnehmer sein, der sein Geld nicht einfach so einsteckt. Nein, mir ist nichts zuviel, immer im Dienst für den Betrieb und seine Ziele! Kranksein? Krank ist man nicht, weil kranksein eine Krankheit ist! Erhohlung während des Arbeitstages gibt es auch nicht, dafür ist schließlich der Urlaub da. Wenn Sie dann noch der Familie, den Kindern ein guter Vater, eine gute Mutter sein wollen, dann kommen Sie irgendwann mal an Grenzen. Die nehmen Sie aber nicht wahr, ein bisschen erschöpft kann man ruhig mal sein, das ist im Arbeitsleben nunmal so, Punkt! Irgendwann haben Sie dann Probleme Luft zu bekommen. Was solls, so lange es nichts schlimmers ist! In der Freizeit keine Lust auf Unternehmungen? Naja – im Urlaub holen wir das alles nach! Aber im Urlaub brauchen Sie mindestens zehn Tage, damit Sie überhaupt mal aus dem Liegestuhl kommen.

Kennen Sie das?

Dann denken Sie mal darüber nach, was da schief läuft.

Es gibt jede Menge Autoren, die über Burnout schreiben. Stellvertretend für die vielen, hier ein kurzer Auszug aus dem Buch „Burnout“ von Dr. Manfred Nelting, Seite 185 des gebundenen Buches. Manfred Nelting ist Facharzt für Psychoterapeutische Medizin / Allgemeinmedizin und Homöopathie:

Burnout in Beruf und Arbeitsposition – Menschen in weisungsabhängigen Berufen

Menschen, die weisungsabhängig, aber mit viel Eigenverantwortung arbeiten, wie z.B. Facharbeiter, Angestellte und Dienstleister, erhalten Arbeitsaufträge, die sie – oft in Abstimmung mit anderen, aber auf eigene Verantwortung – erledigen müssen. Die eigenen Gestaltungsspielräume sind meist klein, vorhandene Erfahrung wird von Vorgesetzten oft nur wenig genutzt. In Entscheidungen werden Sie nur selten einbezogen, selbst wenn sie von ihnen stark betroffen sind. Sie leiden oft unter Entscheidungen, die „am grünen Tisch“ in Unkenntnis der eigentlichen Arbeitsabläufe getroffen wurden, zumal wenn sie für die nicht optimal funktionierenden Abläufe und die nicht zufriedenstellenden Ergebnisse verantwortlich gemacht werden. Dies wird in der Regel als ungerecht empfunden. Finden diesbezügliche Einwände oder Beschwerden des Mitarbeiters in der Firma keine Berücksichtigung, können die Betreffenden Unruhe, Hilflosigkeit und auch Wut entwickeln, was auf Dauer zu Krankheiten führen kann. Oft kann ein solches Engagement auch nachteilige Konsequenzen für den Mitarbeiter haben, da Querulanten in Unternehmen nicht gern gesehen sind, und viele zerbrechen an ihren unfähigen Vorgesetzten.

Spezielle Burnout-Risikofaktoren:

  • Wenig Gestaltungsspielraum bei anhaltender Verantwortung.
  • „Sitzenbleiben“ auf belastenden Emotionen aus dem Arbeitsfeld.
  • Negative Konsequenzen bei Courage.
  • Häufig von Rationalisierungen betroffen durch Entlassung oder Mehrarbeit.

Erkennen Sie sich wieder?

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Quelle Grafik: buddhanetz.net