Laotse über die Wahrheit

Dreißig Speichen treffen die Nabe, die Leere dazwischen macht das Rad. Lehm formt der Töpfer zu Gefäßen, das Leere darinnen macht das Gefäß. Fenster und Türen bricht man in Mauern, die Leere damitten macht die Behausung. Das Sichtbare bildet die Form eines Werkes, das Nichtsichtbare macht seinen Wert aus.

Laotse sagt uns hier, dass das was man nicht sieht, das Eigentliche ist. Genauso ist es mit uns Menschen: das was wir sehen und hören und überhaupt mit unseren Sinnen wahr nehmen, sind wir nicht wirklich. Wir benutzen unseren Körper und die Sinne. In Wahrheit sind wir aber das Leere. Der Körper wird gebraucht, wie der Wein das Gefäß braucht. Was sich in der Leere dazwischen befindet ist das Wertvolle. Man kann es nicht sehen und doch ist es da.

Grafik: taringa.net