Wer bin ich?

Wer bin ich? Diese Frage hat sich wohl schon jeder mal gestellt. Die Frage kann ich vielleicht am Besten damit beantworten, indem ich zunächst einmal feststelle, wer ich alles nicht bin:

Ich bin all das nicht, was meine Sinne wahrnehmen können. Die Sinne sind trügerisch, denn was ich heute so wahrnehme, kann ich schon kurze Zeit später als etwas völlig anderes erkennen. Beispiel: Ich sehe heute einen Menschen als humorlos an, während ich schon morgen erkennen muss, dass er sehr wohl Humor besitzt, dieser nur versteckt, subtil und tiefgründig ist.

Nachdem also fürs Erste geklärt wäre, dass wir nicht immer erkennen, was das wahre Wesen der Dinge ist, kann ich also festhalten:

Sowenig wie ein Schatten in der Nacht ein Löwe ist, der sich bei Tag als ein wie ein entsprechendes Tier geformtes Stück Holz entpuppt, sowenig bin ich der, der ich zu sein scheine. Das was ich von mir wahrnehme, die menschliche Gestalt, ist ein Schatten oder eine Maske dessen, was ich eigentlich bin. Das was oder wer ich bin, kann ich also mit den Sinnen nicht wahrnehmen. Denn was ich sehen, hören, riechen, fühlen kann, hat keine Endgültigkeit. Heute fühle ich mich in ein und derselben Situation sehr unwohl und morgen schon wieder ganz anders, weil ich vielleicht eine andere Bewertung der Lage zugrunde lege und somit gelernt habe, mit dieser Situation besser umzugehen.

Ist es nicht so, dass wir in Menschen oder in Tieren und auch in Dingen das sehen, was wir sehen wollen? Der Eine findet an etwas großen Gefallen, was der Andere entschieden ablehnt. Dennoch haben beide Personen das gleiche Recht zu behaupten, ihre Meinung zu diesem Etwas sei die für sie richtige.

Da ich also mit meinen Sinnen nicht beweisen kann wer ich bin, kann ich mit eben diesen Sinnen auch nicht sagen, nicht ausdrücken wer ich bin. Die Antwort auf die Frage was oder wer ich bin, liegt also im Über– Sinnlichen.

… to be continued…