Gedanken am 21. Mai 2015

Bestimmen wir wirklich alles, was wir tun, selbst?

Folgende Beobachtung neulich bei einem Spaziergang mit Frau und Pudel: Ich fragte meine Frau nach einem uns in der Vergangenheit bekannten Mann. Daraufhin meine Frau belustigt: Ist ja komisch, sie hat den Namen soeben auf dem Rücken eines Passanten gelesen (Sportshirt mit Werbung für eine Bäckerei o.ä., mit zufällig dem gleichen Namen). Ich jedoch konnte mich überhaupt nicht daran erinnern überhaupt gelesen zu haben, was auf diesem Shirt stand. Der Name wurde dennoch unbewusst von mir aufgenommen. Besser gesagt: Mein Unterbewusstsein hatte den Namen vor langer Zeit gespeichert und nun den Schriftzug auf dem Shirt umgehend mit dem Mann gleichen Namens assoziiert.

Wenn es stimmt, dass etwa 90% unbewusst geschieht (siehe entsprechende wissenschaftliche Bewusstseinsforschung), – dazu gehört auch dass wir atmen, ohne sich dessen immer wirklich bewusst zu sein oder dass das Herz auch „von alleine“ schlägt… – stellt sich doch die Frage nach dem, was uns eigentlich lenkt.

Irvin D. Yalom – Das Spinoza-Problem

Dieses Buch habe ich regelrecht verschlungen.

Der Autor, ein Psychoanalytiker, schafft es in diesem ungeheuer informativen und kurzweiligen Roman, den jüdischen Philosophen Spinoza und den Nationalsozialisten Alfred Rosenberg lebendig werden zu lassen. Die Weltanschauungen der beiden Hauptakteure des Romans könnten unterschiedlicher nicht sein. Dass gerade der große Deutsche Goethe in Spinoza einen der größten Denker sieht, gibt Rosenberg Rätsel auf, denen er auf die Spur kommen will…

Unbedingte Leseempfehlung – eines der besten Bücher, um etwas über sich selbst zu erfahren!

Beitragsbild: thalia.de