Die Größe und die Feigheit des Menschen

Du Mensch suchst nach dem Sinn des Lebens. Du strebst danach, etwas zu sein. „Ich bin wer.“ Oder „ich bin ja schließlich nicht irgendwer“ sind Ausdruck vom Streben nach Geltung und Sinn in deinem Leben.

Du möchtest ein Stück vom Kuchen abhaben, etwas aufbauen, etwas darstellen und den erreichten Status mit Symbolen wie Autos oder Häuser den anderen „konkurrierenden“ Mitmenschen vorzeigen.

Nur – den Sinn ihres Lebens wirst du, Mensch, trotzdem nicht finden. Du bist noch immer unzufrieden und häufst noch mehr an. Du musst das angehäufte Gut verteidigen und hast Angst es zu verlieren. Diese Angst lähmt dich dein ganzes Leben lang. Du lebst nur noch für deine Autos und Häuser. Vor dem was wirklich wichtig ist im Leben verschließt du die Augen. Du kannst nicht wirklich wachsen. Wie kannst du da lebendig sein? Du kannst mit all deinen Besitztümern und Titeln nur etwas vortäuschen.

Und weil du so nicht wachsen kannst, musst du einen Ersatz finden.

Osho sagt: „Du selbst kannst zwar nicht wachsen, aber dein Bankkonto kann es. Das ist der Ersatz. Dazu braucht es keinen Mut, das verträgt sich gut mit deiner Feigheit. Dein Bankkonto wächst immer mehr an und du denkst vielleicht, du selbst würdest wachsen. Glaubst du wirklich, wenn dein Ansehen, dein Name und dein Ruhm wachsen, du würdest wachsen? Da machst du dir etwas vor. Du bist weder dein Name noch dein Ruhm. Dein Bankkonto hat nichts mit deinem Sein zu tun.“

Drum vergiss deine Eitelkeiten und deine lächerlichen Autos und sonstigen Symbole deiner Unzufriedenheit. Die haben nichts mit dem Sein und nichts mit Sinn zu tun, sondern mit Unsinn. Wirf alle deine Feigheit von Bord und fang an, deinem alten Verstand zu misstrauen. Lerne von den Kindern, die von Anfang an nichts als ihre Unschuld brauchen. Hol dir die Unschuld zurück. Wir sollten von den Kindern lernen und ihnen nicht unser unsägliches Leben aufdrängen.

Osho sagt weiter: „Aus lauter Feigheit hast du deine Sensibilität verloren. Sensibel sein heißt, das Neue zuzulassen. Spüre den Reiz des Neuen. Dann erwacht die Sehnsucht nach dem Neuen und dem Abenteuer und du wirst ins Unbekannte aufbrechen, ohne zu wissen, wohin du gehst.

Der Verstand hält das für verrückt. Er denkt, es sei unvernünftig, das Alte aufzugeben. Aber Gott ist immer neu. Deshalb kann man von Gott nicht in der Vergangenheit oder in der Zukunft sprechen. Wir können nicht sagen: >Gott war<, und auch nicht >Gott wird sein<. Wir können von ihm nur in der Gegenwart sprechen: >Gott ist<. Er ist immer frisch und unberührt. Und er findet dich. Die Existenz überschüttet dich unablässig damit, doch du hast dich in deine Vergangenheit eingekapselt und lebst beinahe wie in einem Grab. Du bist gefühllos geworden. Und feige.“

Die Zitate entstammen dem Buch Mut von Osho ISBN 978-3-548-74113-0 Beitragsfoto: androgon.com

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